Kongressheft 2016

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Nachbericht zu Prof. Bodo Melnik vom 24. April 2016

Fortbildung: Die genregulierende Wirkung der Muttermilch fehlt in Säuglingsersatznahrung

Referent: Prof. Dr. Bodo Melnik

Nachbericht von:

Anja Lück, zertifizierte AFS-Stillberaterin, Bioinformatikerin & Landeskoordinatorin Mother Hood e. V.


 

Der Vortrag von Prof. Dr. Bodo Melnik aus Osnabrück gestern auf dem Stillkongress lässt mich nicht los:

Muttermilch enthält viel miRNA. Das sind kleine RNA-Schnipsel, mit deren Hilfe Gene an- und abgeschaltet werden können. miRNA beeinflusst also, welche Gene abgelesen werden, und welche nicht. Die miRNA in der Muttermilch ist so in Vesikel verpackt, dass sie vom Baby nicht verdaut wird, sondern in den Zellen des Kindes ankommt. Dort schaltet sie Gene dafür an, dass möglichst keine Allergien entstehen.

Das heißt
a) Beikost sollte unbedingt parallel zum Stillen eingeführt werden – Allergieprävention.
b) Für das Kind wäre eine Stillzeit von mindestens einem Jahr am besten, da in der Zeit alle Jahreszeiten durchlaufen werden und das Kind mit einer Reihe von Erregern (Pollen z.B.) in Kontakt kommt – und Stillen kann dann Allergien darauf vorbeugen.

Durch die Muttermilch reguliert die Mutter die Expression der Gene des Kindes! Wie krass ist das!

Ich muss es nochmal sagen, denn WOW: Auch nach der Geburt reguliert die Mutter die Genexpression des Kindes!

Es geht weiter: in den Vesikeln ist neben der miRNA auch mRNA und Reverse Transkriptase. Also genau die Zutaten, die man braucht, um die mRNA ( = Kopien der Gene der Mutter), in das Genom des Kindes einzubauen. Was genau da passiert, und wo genau, und warum, das weiß man noch nicht.

Und es geht immer noch weiter. Muttermilch enthält Stammzellen der Mutter. Und es wurde gezeigt, dass diese Stammzellen unter anderem in die Thymusdrüse des Babys wandern. Aus Stammzellen können viele verschiedene Zelltypen werden. Und die Thymusdrüse ist für das Immunsystem sehr wichtig. Auch hier ist noch nicht genau bekannt, was da genau passiert.

Auf jeden Fall ist Muttermilch nicht einfach bloß Nahrung, sondern für die kindliche Entwicklung, insbesondere für die Gesundheit, von sehr großer Bedeutung.

Und jetzt wird die Wochenbettbetreuung abgebaut. Richtig radikal abgebaut. Genau die Versorgung, die Frauen dabei hilft, ihr Kind erfolgreich zu stillen, wird abgebaut.

Die Politik, die für die Gesundheitsversorgung ihrer Bürger verantwortlich ist, entscheidet sich dafür, lieber die Wirtschaft zu unterstützen, was in diesem Fall eindeutig gesundheitsschädigend ist. Das ist ja auch mal ein Statement.

Rückschau vom 29. AFS-Stillkongress

Der 29. AFS-Stillkongress ist vorbei. Es waren spannende Begegnungen für uns, viele interessante Fachvorträge und Fortbildungen waren zu erleben. So leer wie auf dem Bilder war es nur sehr kurz und nur am Freitag mittag. Kaum began der Kongress, füllten sich die Gänge mit stillinteressierten Familien.

Stillkongress_2016_Freitag (16)

Wir nehmen gern Nachberichte & Eindrücke aus den einzelnen Kursen mit auf. Bitte schickt uns dazu eine kurze Nachricht an kontakt@afs-stillkongress.de.

Die Anmeldung für neue Aussteller und Referenten für den kommenden Jubiläums-Kongress ist bereits geöffnet. Wir freuen uns über Bewerbungen & über Anregungen durch unsere Teilnehmer, wen wir zum 30. AFS-Stillkongress unbedingt einladen sollten.

Vielen Dank für den tollen letzten Kongress! Aber, wie jedes Jahr: Wir starten direkt in die Organisation des kommenden Kongresses. Von daher: Reserviert euch das Datum des nächsten Kongresses!

30. AFS-Stillkongress

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Der Stillkongress

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